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Traumata lassen das Gehirn schneller altern 08.05.2007
  Traumatische Erfahrungen wie etwa Kriegserlebnisse, Folter oder sexueller Missbrauch können das Posttraumatische Stresssyndrom (PTSD) hervorrufen: Ein Zustand, der von Depressionen und Angst geprägt ist und oft jahrelang anhält.

 

Wie US-Forscher nun entdeckt haben, kann PTSD auch langfristige Folgen für das Gedächtnis haben - Betroffene leiden zehn Jahre früher unter Erinnerungsschwächen als Nichttraumatisierte.  
Für ihre Untersuchung haben Wissenschaftler um Rachel Yehuda von der New Yorker Mount Sinai School of Medicine Überlebende des Holocaust untersucht.
Auch diejenigen, die ihr Trauma bereits überwunden haben, sind laut Studie von den frühzeitigen Gedächtnisschwächen betroffen. 

Wie die Online-Ausgabe des britischen Fachmagazins "Nature" berichtet, untersuchten die Forscher für ihre Studie drei verschiedene Gruppen von Testpersonen: Überlebende des Holocaust, die am Posttraumatischen Stresssyndrom litten bzw. die ihr Trauma bereits überwunden hatten, sowie eine Kontrollgruppe von Probanden.
Dabei stellte sich heraus, dass das Gehirn vermutlich auf Grund eines Traumas nachhaltig geschädigt wird und somit Gedächtnisschwächen auftreten.

Yehuda und ihr Team untersuchten die Fähigkeit der Teilnehmer, sich Assoziationen zu gebräuchlichen Wortpaaren wie etwa "Tisch und Sessel" zu merken, eine Aufgabe, die mit zunehmendem Alter schwieriger wird. Die Testpersonen wurden zuerst im Alter von 67 Jahren und fünf Jahre später erneut geprüft.
Das Resultat: Diejenigen, die an PTSD litten oder es auch bereits überwunden hatten, konnten mit 72 nur noch die Hälfte der Fragen richtig beantworten. Ein Ergebnis, das normalerweise erst bei über 80-Jährigen zu verzeichnen ist.
Die nicht traumatisierte Kontrollgruppe hingegen zeigte kaum Schwächen und beantwortete die Fragen beinahe mit der gleichen Genauigkeit wie mit 67. (...)

Die Studie von Rachel Yehuda et al. wird demnächst in der Fachzeitschrift "Biological Psychiatry" erscheinen.
Quelle: http://journals.elsevierhealth.com/periodicals/bps/home

   
Eingestellt von*:   Eike Rappmund
Zugeordnet: MindWorkKategorieHirnforschung
   
   


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