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(...) NLP kann eine ganze Menge. Das ist sicher richtig. Es kann dazu dienen, sich persönlich und beruflich weiter zu entwickeln, klarer zu kommunizieren, das eigene Potenzial besser zu leben. Genauso gut kann es freilich dazu dienen, um den heißen Brei herum oder Negatives schön zu reden, Entwicklung zu verhindern, andere zu belehren, groß und gescheit daher zu schwafeln, in Träumen und Zielen zu leben, statt sich mit der Wirklichkeit zu beschäftigen ... Die Frage ist eben: Wer nutzt was zu welchem Zweck? (...)
Noch wichtiger als die Stimmigkeit einer Methode ist sicherlich die charakterliche Stimmigkeit der Menschen, die sie anwenden. Fehlt beim Erlernen des Systems die Bereitschaft zu persönlichem Wachstum, so verkommt die Methode mit all ihrer schönen humanistischen Philosophie zur bloßen Technik. Dann eignet man sich hoch effektive Modelle an, doch wo die persönliche Integrität auf der Strecke bleibt, ist der Missbrauch nicht fern, und zweifelhafte Figuren beschädigen den Ruf des NLP. Man denke an den österreichischen Rechtspopulisten Jörg Haider oder windige Vertriebsprofis, die keine Skrupel kennen, Otto Normalverbraucher für ihre Zwecke über den Tisch zu ziehen. In dieselbe Schublade gehören jene Sekten, die NLP für ihre machtpolitischen Zwecke benutzen. Das Thema Manipulation liegt in der Luft.
Wird eine Methode missbraucht, so liegt das nicht an der Methode - und auch nicht an denen, die diese Methode mit Weisheit und Menschenfreundlichkeit anwenden. NLP ist ein Werkzeug wie etwa ein Küchenmesser - zugegebenermaßen ein scharfes. Wenn mit einem Messer jemanden verletzt wird, so stellt man nicht das Werkzeug oder dessen Hersteller vor Gericht, sondern den Täter.
NLP - eine Sekte? Dennoch ist das NLP kurz nach seiner Erfindung in den Ruf geraten, selbst eine Sekte zu sein - ein Ruf, den die Methode trotz ihrer weiten Verbreitung und weitestgehend seriösen Anwendung noch immer nicht ganz losgeworden ist. Zwar bedienen sich Sekten auch der Kunst der Rhetorik, doch kann man im Umkehrschluss nicht behaupten, dass jeder Rhetorikkurs einen für eine Sekte anwerben will. (...) Dass sich's mit NLP trefflich manipulieren lässt, kann niemand bestreiten. (...) Manipulationen werden mit NLP wirkungsvoller. Doch ebenso kann man sich vor diesen Manipulatoren mit NLP-Rüstzeug wirkungsvoller schützen. Und überhaupt ist Manipulation nicht per se schlecht; sie ist nur dann verwerflich, wenn Menschen gegen ihren Willen dazu gebracht werden, Dinge zu tun, die ihnen schaden. Als ein Gegenbeispiel denke man an Eltern, die ihre Kinder manipulieren, Hausaufgaben zu machen.
Der Weg zum richtigen Lehrer Falls du in Erwägung ziehst, eine NLP-Ausbildung zu absolvieren, stellt sich zunächst die Frage, was du damit erreichen willst. Geht es dir darum, die Kommunikation mit dir selbst und anderen zu verbessern? Bist du auf der Suche nach Methoden der Leistungssteigerung (neudeutsch: Performance-Optimierung) in Sport, Business, Pädagogik, Therapie oder auf einem anderen Gebiet? Bist du zum Lernen in einer Gruppe über einen längeren Zeitraum bereit und würdest du dafür zwischen 1500 und 2500 (oder mehr) Euro ausgeben?
Es gibt wenige sehr gute, einige gute und viele mittelmäßige oder gar schlechte Trainer, und zwar auf fachlicher, methodischer oder persönlich-sozialer Ebene. Das ist nicht nur im Bereich des NLP so, auch der Ruf anderer Systeme leidet unter schwarzen und grauen Schafen, seien es nun Kinesiologie, Tantra, Aufstellungsarbeit oder Coaching. (...)
Bei der Auswahl des NLP-Anbieters solltest du dir Zeit lassen. Schließlich dauern die meisten Ausbildungen neun Monate oder mindestens 130 Stunden. Viele Trainer bieten kostenfreie oder günstige Info-Abende an. Geh hin und zögere nicht, Fragen zu stellen, etwa nach der Erfahrung und Ausbildung des Trainers (...). Beobachte sein Verhalten vor der Gruppe. Erlebst du ihn als allen zugewandt, strahlt er bei Vortrag und Demonstrationen Souveränität aus, gelingt es ihm, alle Fragen zufriedenstellend zu beantworten, präsentiert er den Inhalt und sich selbst so, dass du für die Dauer der Ausbildung keine Langeweile befürchten musst? Besitzt er wohl die Fähigkeit, auch schwierige Prozesse bei einzelnen Teilnehmern zu begleiten, bei denen es »ans Eingemachte geht«?
Qualität hat ihren Preis Eine Entscheidungshilfe kann sein, ob der Trainer berechtigt ist, nach einem Verband zu zertifizieren. (...) Natürlich ist das für sich genommen keine Garantie für Qualität, doch ein kleiner Hinweis darauf, dass der Mensch über eine gewisse Erfahrung verfügt. Einen anderen Fingerzeig mag der Preis geben. Wer gut im Geschäft ist, kostet in der Regel seinen Preis, auch wenn der Fortbildungsmarkt kriselt wie zur Zeit. Sie dürfen einem Trainer grundsätzlich misstrauen, der für eine dreiwöchige NLP-Ausbildung weniger als 1000 bis 1200 Euro pro Teilnehmer veranschlagt, es sei denn, es gibt andere gute Gründe, die für ihn sprechen.
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Autor: Klaus Rental Quelle: connection Spirit - Das Magazin fürs Wesentliche |